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KI-Anweisungen und Wissen ordnen: Anleitung mit 3 Fragen und Skill zum Kopieren

Wie du deine Anweisungen und dein Wissen für die KI ordnest, damit sie sich eher daran hält und du schwache Anweisungen leichter verbessern kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verstreute KI-Anweisungen, oft in mehreren Fassungen, sind ein möglicher Grund, warum die KI nicht macht, was du willst.
  • Steht jede Anweisung nur einmal dort, wo sie gebraucht wird, kannst du sie leichter verbessern, und die KI hält sich eher daran.
  • Gib der KI die Ordnung als Skill, räume deine Anweisungen einmal auf und lass sie danach von der KI regelmäßig prüfen.

Ungeordnete Anweisungen können ein Grund sein, warum die KI nicht macht, was du willst

Du gibst der KI eine Aufgabe, die sie schon oft für dich erledigt hat, und wieder hält sie sich nicht an deine Vorgaben. Beim nächsten Mal liefert sie etwas anderes, und du korrigierst wieder nach. Dabei hast du Claude oder ChatGPT in den Einstellungen, in Projekten und in Dateien längst erklärt, wie du es haben willst.

Ein möglicher Grund sind unklare oder lückenhafte Anweisungen. Um einen anderen geht es in diesem Artikel: Deine Anweisungen und dein Wissen liegen ungeordnet an vielen Stellen verteilt. Oft stehen Anweisungen zur selben Aufgabe verstreut an verschiedenen Stellen oder in verschiedenen Fassungen, etwa weil du sie nur an einer Stelle geändert hast.

Die KI muss dann die Anweisungen zu einer Aufgabe zusammensuchen. Steht eine davon in mehreren Fassungen, muss sie entscheiden, welche gilt. Claude kommt mit Widersprüchen oft zurecht: Laut Anthropic erschließt das Modell meist, was gemeint ist, muss die Fassungen dafür aber erst gegeneinander abwägen („The New Rules of Context Engineering for Claude 5 Generation Models“, Juli 2026, zu Claude Code mit Claude Opus 5 und Fable 5).

Nach meiner Beobachtung entscheidet die KI dabei von Aufgabe zu Aufgabe neu: Meist wählt sie die Fassung, die „näher“ an ihrer aktuellen Aufgabe steht oder eindeutiger formuliert ist. Dass das immer die Fassung ist, die du beabsichtigt hast, ist unwahrscheinlich.

Ein weiteres Problem kann bei den automatischen Erinnerungen entstehen: Speichert die KI dort eine Regel aus einem Einzelfall, kann sie diese Regel auch in anderen Chats anwenden.

Je mehr die KI auf einmal verarbeiten muss, desto weniger zuverlässig befolgt sie die einzelne Anweisung

Alle Sprachmodelle haben eine Schwäche: Je mehr in ihrem Kontext steht, desto ungenauer nutzen sie die einzelne Information darin. Kontext ist alles, was die KI bei einer Antwort verarbeitet: Anweisungen, geladene Dokumente, der bisherige Chat. Anthropic erklärt diese Schwäche im Beitrag „Effective context engineering for AI agents“ (2025) mit dem Aufbau der Modelle: Ihre Aufmerksamkeit ist begrenzt, und jedes weitere Wort im Kontext verbraucht einen Teil davon.

Für Anweisungen heißt das: Je mehr davon im Kontext stehen und je länger der Chat ist, desto weniger zuverlässig befolgt die KI die einzelne. Jede doppelte Anweisung verlängert den Kontext zusätzlich. In meinem Prozess für Blog-Artikel muss die KI beim Schreiben des Texts rund 800 Regeln gleichzeitig beachten (gezählt im Oktober 2026). So viele kann sie in einem Durchgang nicht alle zuverlässig umsetzen.

Außerdem nutzen Sprachmodelle eine Information aus der Mitte eines langen Kontexts schlechter als eine vom Anfang oder vom Ende. Gemessen hat das die Studie „Lost in the Middle“ von Liu u. a. (2023) an den damaligen Modellen wie GPT-3.5 und Claude 1.3, mit Fragen zu vielen Dokumenten statt mit Anweisungen. Je mehr Anweisungen im Kontext stehen, desto mehr Anweisungen stehen in dieser „Mitte“.

Dieser Artikel ist nur für dich, wenn du an vielen komplexen Aufgaben mit umfangreichen Kontexten arbeitest und mehr automatisieren möchtest. Für Chats zu einfachen, linearen Aufgaben lohnt sich das Ordnen nicht. Für die Anleitung in diesem Artikel brauchst du außerdem einen KI-Tarif, der Skills bietet.

KI und Nutzer legen neue Anweisungen oft dort ab, wo sie gerade arbeiten

Die Unordnung entsteht beim Ablegen: Die KI schreibt eine neue Anweisung oft dorthin, wo sie gerade arbeitet.

Über ihr Trainingswissen hinaus kennt die KI nur, was gerade in ihrem Kontext steht. Mitten in einer Aufgabe sind das vor allem diese Aufgabe und die dafür verwendeten Anweisungen; Anweisungen für andere Aufgaben hat sie dann meist nicht geladen und kann sie nicht berücksichtigen. Fällt dir mitten in einer Aufgabe eine fehlende Anweisung auf, schreibt die KI die neue Anweisung oft in die Datei oder den Skill, an dem sie gerade arbeitet. Oder in die Erinnerung.

Dir selbst geht es ähnlich. Du hast nicht alle Orte im Kopf, an denen irgendwelche Anweisungen stehen. Dann schreibst du eine Anweisung an der aktuellen Stelle ein zweites Mal auf und lässt Veraltetes stehen, statt es zu löschen.

Liegt jede Anweisung an ihrem Ort, hält sich die KI eher daran

Steht jede Anweisung nur einmal an ihrem Ort, hält sich die KI eher daran und setzt sie so um, wie du sie meinst. Das hat vier Gründe:

  • Die KI findet, was sie für eine Aufgabe braucht, an seinem Ort und muss es nicht zusammensuchen.
  • Steht jede Anweisung nur einmal, muss die KI nicht zwischen Fassungen abwägen.
  • Die KI lädt eine Projektanweisung nur in ihrem Projekt und einen Skill nur bei den Aufgaben, für die er gedacht ist. Der Kontext bleibt möglichst kurz.
  • Ohne doppelte Anweisungen bleibt der Kontext kürzer.

Auch für dich wird die Pflege einfacher: Weißt du, was wo steht, kannst du neue Anweisungen und neues Wissen richtig einordnen. Unklare oder lückenhafte Anweisungen erkennst du leichter und kannst sie überarbeiten.

Zum Ordnen musst du zuerst wissen, an welchen Orten Anweisungen und Wissen überhaupt liegen können.

Anweisungen und Wissen für die KI liegen an 5 Orten

Anweisungen und Wissen für die KI liegen an fünf Orten. Davon kennst und pflegst du wahrscheinlich die Account- und Projektanweisungen am ehesten. Hier alle fünf mit ihren Namen in Claude und ChatGPT, Stand Oktober 2026:

  • Account-Anweisungen: Anweisungen für jeden Chat; in den Einstellungen, bei Claude „Anweisungen für Claude“ (unter Einstellungen > Konto), bei ChatGPT „benutzerdefinierte Anweisungen“
  • Projektanweisung: Anweisungen nur für die Chats eines Projekts; in den Einstellungen des Projekts
  • Skill: ein Paket aus Anweisungen und Material für eine wiederkehrende Aufgabe, dessen Inhalt Claude erst bei Bedarf lädt (Anthropic, „Was sind Skills?“, Stand Oktober 2026); bei beiden „Skills“
  • Dokument: eine Datei im Projekt oder in einem Ordner, den die KI liest
  • Erinnerung: was die KI aus Chats von selbst oder auf Zuruf speichert und in späteren Chats verwendet; bei Claude „Speicher“, bei ChatGPT „Erinnerung“

Mit 3 Fragen findest du für jede Anweisung und Angabe den einen Ort

Mit drei Fragen findest du für jede Anweisung und Angabe ihren Ort: ob sie schon irgendwo steht, ob sie über längere Zeit gleich bleibt und wo sie gebraucht wird. Anweisungen sind dabei alles, was die KI befolgen soll, Angaben alles, was sie wissen soll.

So findest du den Ort

Bei jeder neuen Anweisung und Angabe fragst du der Reihe nach:

  1. Steht sie schon irgendwo?

    Ist deine Ablage geordnet, änderst du die Anweisung oder Angabe dort und prüfst mit den Fragen 2 und 3, ob sie noch am richtigen Ort steht. Ist die Ablage noch ungeordnet, räumst du zuerst einmal auf.

  2. Bleibt sie über längere Zeit gleich?

    Wenn nicht, ist sie ein Plan, ein Stand oder ein Messwert und kommt in ein Dokument.

  3. Wo wird sie gebraucht?

    In jedem Chat (Account-Anweisungen), bei jeder Aufgabe eines Projekts (Projektanweisung), bei wiederkehrenden Aufgaben (Skill) oder bei einer einzelnen Sache (Dokument).

Ich ordne meine eigenen Anweisungen und Skills nach diesen drei Fragen.

Ordnung ist eine Voraussetzung für bessere Ergebnisse. Eine unklare oder lückenhafte Anweisung bleibt aber auch am richtigen Ort unklar oder lückenhaft.

Wie ordne ich Anweisungen und Wissen für meine KI, damit sie effizient damit arbeiten kann?

Du ordnest Anweisungen und Wissen für deine KI nach vier Regeln, aus denen sich die drei Fragen ergeben:

  • Den Ort wählst du danach, wo eine Anweisung oder Angabe gebraucht wird.
  • Jede Art von Anweisung und Angabe steht getrennt von den anderen Arten.
  • Jede Anweisung und Angabe steht nur einmal, an weiteren Stellen steht ein Verweis.
  • Ein Skill je Ablauf, gemeinsame Regeln und Wissen in eigenen Skills.

Mit zwei Maßnahmen richtest du die Ordnung ein und hältst sie:

  • Die KI bekommt die Ordnung als Skill.
  • Einmal aufräumen, danach regelmäßig prüfen lassen.

Die vier Regeln stammen aus dem Regelwerk, das ich für meine eigenen Anweisungen und Skills in einem Skill festgehalten habe.

Den Ort wählst du danach, wo eine Anweisung oder Angabe gebraucht wird

Wähle den Ort danach, wo eine Anweisung oder Angabe gebraucht wird: von den Account-Anweisungen für jeden Chat bis zum Dokument für eine einzelne Sache.

Stand Oktober 2026
Ort Was hineingehört
Account-Anweisungen was in jedem Chat gebraucht wird, unabhängig von Projekt und Aufgabe
Projektanweisung was bei jeder Aufgabe eines Projekts gebraucht wird, sonst nirgends
Skill ein Ablauf, ein Regelwerk oder Wissen für wiederkehrende Aufgaben; wofür der Skill gilt, steht in ihm selbst
Dokument Pläne, Stände, Messwerte und was nur eine einzelne Sache betrifft
Erinnerung keine Anweisungen

Du brauchst die Tonalität für alle Texte, aber nicht in jedem Chat. Sie kommt deshalb in einen Skill und nicht in die Account-Anweisungen.

Fakten über dein Unternehmen, die in mehreren Abläufen gebraucht werden, kommen in einen eigenen Skill für dieses Wissen. Im Artikel KI-Wissensbasis fürs Marketing aufbauen steht, wie du es zuerst in Dokumenten sammelst und aufbaust. Zugangsdaten schreibst du an keinen dieser Orte; dort steht höchstens, wo sie liegen.

In Werkzeugen mit Arbeitsordner wie Claude Code übernimmt eine Anweisungsdatei wie CLAUDE.md die Rolle der Projektanweisung (Stand Oktober 2026).

Anmerkung zu Erinnerungen: Sie sind bequem, weil sie ohne dein Zutun gepflegt werden. Die KI entscheidet aber selbst, was sie dort ablegt und wann sie es anwendet; deshalb kann sie eine Regel von dort auch in Chats anwenden, für die diese Regel nicht gedacht ist. Aus meiner Sicht ist die Erinnerung für Gelegenheitsnutzer gemacht, die nichts selbst einrichten wollen; setzt du KI beruflich in festen Abläufen ein, brauchst du Orte, die du selbst steuerst.

Jede Art von Anweisung und Angabe steht getrennt von den anderen Arten

Du schreibst Abläufe, Regeln, Fakten, Pläne und Stände sowie Messwerte jeweils für sich auf, weil sie sich verschieden oft ändern und die KI sie bei verschiedenen Aufgaben braucht:

  • Ablauf: was in welcher Reihenfolge zu tun ist, etwa einen Newsletter erstellen. Probe: Geht es um die Reihenfolge?
  • Regel: welche Anforderung ein Ergebnis erfüllen muss, etwa die Tonalität oder die Zeichengrenze für LinkedIn-Posts. Probe: Wäre ein Verstoß ein falsches Ergebnis?
  • Fakt: ein Sachverhalt, der über längere Zeit gleich bleibt, etwa Produktdaten. Probe: Wäre eine abweichende Angabe unwahr, und bleibt der Sachverhalt lange gleich?
  • Plan und Stand: ändern sich mit der Arbeit, etwa der Redaktionsplan.
  • Messwert: ändert sich mit jeder Messung, etwa die Öffnungsrate des Newsletters.

Steht der Redaktionsplan in derselben Datei wie die Tonalität, änderst du diese Datei jede Woche, und die KI liest bei jeder Textaufgabe den Plan mit.

Einen Ablauf mischst du nicht mit Regeln, außer eine Regel gilt nur für diesen einen Ablauf. Die Tonalität etwa brauchst du für den Newsletter, für LinkedIn und für die Website; sie steht deshalb nicht im Ablauf für den Newsletter.

Getrennt heißt: eine eigene Datei oder ein eigener Abschnitt je Art. Teile Dokumente für die dauerhafte Ablage in eine Datei je Art auf. Manche Werkzeuge wie Claude Code arbeiten direkt in einem Arbeitsordner. Beschreibt dort eine Datei einen Ordner, lass sie nur die Dateien darin und ihren Zweck nennen. Bei Arbeitsdokumenten, die du nur vorübergehend brauchst, musst du die Trennung nicht so streng nehmen.

Jede Anweisung und Angabe steht nur einmal, an weiteren Stellen steht ein Verweis

Brauchst du eine Anweisung an einer zweiten Stelle, schreibst du dort einen Verweis statt einer Kopie: einen Hinweis, wo die Anweisung steht.

Die Tonalität etwa steht in deinem Skill für Texte. In der Projektanweisung deines Newsletter-Projekts steht nur, in welchem Skill sie zu finden ist.

Änderst, verschiebst oder löschst du eine Anweisung, passt du die Verweise darauf an. Mit einer Kopie stünde nach der nächsten Änderung an der zweiten Stelle die alte Fassung.

Ein Skill je Ablauf, gemeinsame Regeln und Wissen in eigenen Skills

Für jeden Ablauf legst du einen eigenen Skill an. Brauchen mehrere Abläufe dieselben Regeln, schreibst du diese Regeln in einen eigenen Regel-Skill; brauchen mehrere Abläufe dieselben Fakten, kommen diese Fakten in einen Wissens-Skill.

Dein Skill für den Newsletter und dein Skill für LinkedIn-Posts verweisen dann beide auf den Regel-Skill mit der Tonalität. So arbeiten in meinem Prozess für Blog-Artikel 15 Skills zusammen (Stand Oktober 2026): sieben mit Abläufen und acht mit Regeln und Wissen.

Skills lädt Claude erst, wenn eine Aufgabe sie braucht: zuerst nur ihre Beschreibung, den vollen Inhalt bei Bedarf („Skills explained“, Anthropic, 2026). Was in einer Projektanweisung steht, ist dagegen in jedem Chat dieses Projekts geladen (Anthropic, Stand Oktober 2026). Je mehr Abläufe du hast, desto mehr spricht deshalb für Skills: Claude liest dann nur, was die Aufgabe braucht. Für wiederkehrende Aufgaben und ihre Automatisierung sind Skills aus meiner Sicht die Grundlage.

Auf der Seite KI-Skills einbauen und verstehen erkläre ich, wie ein Skill aufgebaut ist und wie du ihn einrichtest.

Die KI bekommt die Ordnung als Skill

Damit die KI neue Anweisungen selbst an den richtigen Ort schreiben kann, gibst du ihr die Ordnung in einem eigenen Skill. Laut seiner Beschreibung soll die KI ihn laden, sobald sie an einer Anweisung oder Angabe arbeitet, gleich welcher Art. In die Account-Anweisungen gehört die Ordnung nicht, weil du sie nicht in jedem Chat brauchst.

Laut Skill nennt dir die KI vor dem Ablegen Ort und Wortlaut, und du gibst nur noch frei.

In die Erinnerung schreibt die KI selbst, Claude auch in Skills, in Werkzeugen mit Arbeitsordner auch in jede Datei. In Claude und ChatGPT ändert sie Account- und Projektanweisungen von sich aus nicht (Stand Oktober 2026). Gehört eine Anweisung dorthin, gibt dir die KI den Text zum Einfügen; dafür muss sie wissen, dass es diese Orte gibt.

Entsteht eine Anweisung mitten in einer anderen Aufgabe, legt die KI sie trotz des Skills oft dort ab, wo sie gerade arbeitet. Verlange in diesem Fall ausdrücklich, dass sie den Ort nach dem Skill bestimmt und nach ähnlichen oder verwandten Anweisungen sucht.

So kann der Skill aussehen; du kannst ihn kopieren und als neuen Skill anlegen:

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name: anweisungen-ordnen
description: Ordnung für Anweisungen und Wissen. Laden, sobald eine Anweisung, eine Regel, ein Ablauf, ein Fakt, ein Plan, ein Stand oder ein Messwert angelegt, geändert, verschoben oder gelöscht wird, auch nebenbei in einer anderen Aufgabe, etwa bei „merk dir das“ oder „nimm das in die Regeln auf“.
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Anweisungen und Wissen ordnen

Gilt für alles, was du für spätere Chats festhältst: Anweisungen, die du befolgen sollst, und Angaben, die du wissen sollst.

Regeln
- Jede Anweisung und Angabe steht an genau einer Stelle. Wird sie an einer zweiten Stelle gebraucht, steht dort ein Verweis.
- Eine gewollte Ausnahme ist als Ausnahme gekennzeichnet und steht direkt bei ihrer Regel. Betrifft sie nur ein Projekt oder einen Ablauf, kann sie auch dort stehen; dann nennt sie die Regel, die sie ersetzt.
- In die Erinnerung kommen keine Regeln und keine Abläufe.
- Zugangsdaten stehen weder in Account- und Projektanweisungen noch in Skills, Dokumenten oder der Erinnerung; dort steht höchstens, wo sie liegen.

Arten
- Ablauf: was in welcher Reihenfolge zu tun ist
- Regel: welche Anforderung ein Ergebnis erfüllen muss
- Fakt: ein Sachverhalt, der über längere Zeit gleich bleibt
- Plan oder Stand: ändert sich mit der Arbeit
- Messwert: ändert sich mit jeder Messung
Gehört eine Anweisung oder Angabe zu zwei Arten, teile sie.

Schritt 1: Steht dieselbe Anweisung oder Angabe schon irgendwo, auch in anderer Fassung?
- Nein → weiter mit Schritt 2
- Ja, und unklar, welche Fassung zutrifft → frag mich
- Ja, und die neue Fassung soll nur in bestimmten Fällen gelten → als Ausnahme kennzeichnen und ablegen wie unter „Regeln“ beschrieben; weiter mit Schritt 7
- Ja, und sie wird jetzt anders gefasst oder auch anderswo gebraucht → die neue Fassung in die bestehende einarbeiten; mit den Schritten 2 bis 6 ihren Ort neu bestimmen

Schritt 2: Bleibt die Anweisung oder Angabe über längere Zeit gleich?
- Nein: Plan, Stand oder Messwert → Dokument, weiter mit Schritt 5
- Ja: Ablauf, Regel oder Fakt → weiter mit Schritt 3

Schritt 3: Wo wird sie gebraucht? Nimm die erste Zeile, die zutrifft.
- in jedem Chat → Account-Anweisungen, weiter mit Schritt 6
- bei jeder Aufgabe in einem Projekt, sonst nirgends → Projektanweisung, weiter mit Schritt 6
- bei einer oder mehreren wiederkehrenden Aufgaben → Skill, weiter mit Schritt 4
- nur bei einer einzelnen Sache → Dokument bei dieser Sache, weiter mit Schritt 5

Schritt 4: In welchen Skill?
- Ablauf → ein eigener Skill je Ablauf
- Regel oder Fakt für genau einen Ablauf → in dessen Skill
- Regel für mehrere Abläufe → Regel-Skill
- Fakt für mehrere Abläufe → Wissens-Skill
Wird die Anweisung oder Angabe nur in einem Projekt gebraucht, vermerke bei ihr das Projekt.
Weiter mit Schritt 6.

Schritt 5: Wo liegt das Dokument?
- wird in einem Projekt immer wieder gebraucht → im Projekt oder, in Werkzeugen mit Arbeitsordner wie Claude Code, im Arbeitsordner
- nur für eine bestimmte Aufgabe → zu dieser Aufgabe in den Chat hochladen

Schritt 6: An welche Stelle am Ort?
- in die Datei oder den Abschnitt, in dem Anweisungen und Angaben derselben Art stehen; gibt es keine solche Stelle, eine eigene Datei oder einen eigenen Abschnitt für diese Art anlegen
- ergänzt sie benachbarte Regeln oder Ablaufschritte → dort einfügen, statt einen neuen Abschnitt anzulegen

Schritt 7: Vorlegen
Nenne mir Ort und Wortlaut und warte auf meine Freigabe.

Schritt 8: Ablegen
Lege die Anweisung oder Angabe ab und passe die Verweise auf jede geänderte, verschobene oder gelöschte Stelle an. Account- und Projektanweisungen in Claude und ChatGPT änderst du nicht selbst: Gib mir den Text zum Einfügen und sag mir, wohin er kommt.

Einmal aufräumen, danach regelmäßig prüfen lassen

Deine bisherigen Anweisungen räumst du einmal auf, vor allem durch Verschieben, Streichen und Verweisen. Manche Regeln erfassen nach ihrem Wortlaut auch Fälle, für die sie nicht gemacht sind. Eine solche Regel fasst du enger oder verschiebst sie an einen Ort, der nur die gemeinten Fälle betrifft.

Widersprechen sich zwei Fassungen, entscheidest du, welche gilt, und streichst die andere. Eine gewollte Ausnahme kennzeichnest du als Ausnahme und setzt sie direkt zu ihrer Regel. Betrifft sie nur ein Projekt oder einen Ablauf, kann sie auch dort stehen; dann nennt sie die Regel, die sie ersetzt.

Danach lässt du die KI die Ordnung regelmäßig prüfen, spätestens wenn viele neue Anweisungen oder viel neues Wissen dazugekommen sind oder du das Gefühl hast, dass die Ergebnisse schlechter werden.

So räumst du einmal auf

Beim ersten Aufräumen sucht und verschiebt die KI; du entscheidest bei Widersprüchen und wo es Spielraum für die Auslegung gibt.

  1. Projektweise vorgehen.

    Räume ein Projekt nach dem anderen auf, jeweils in einem Chat in diesem Projekt. Account- und Projektanweisungen hat die KI dort im Kontext; Skills, Dokumente und Erinnerungen liest sie selbst.

  2. Fundstellen auflisten lassen.

    Lass die KI Dopplungen, Widersprüche, Anweisungen und Angaben am falschen Ort sowie zu weit gefasste Regeln auflisten, jeweils mit allen Stellen, an denen sie stehen. Dafür kannst du den Prüfauftrag unter diesem Kasten übernehmen.

  3. Widersprüche auflösen.

    Du legst je Widerspruch fest, welche Fassung gilt.

  4. Alles aufräumen und strukturieren lassen.

    Die KI räumt nach dem Skill zur Ordnung jede Anweisung und Angabe an ihren Ort, streicht sie an den übrigen Stellen oder setzt einen Verweis und fasst zu weit gefasste Regeln enger. Sag ihr dazu, dass sie dir nur vorlegt, wo es Spielraum für die Auslegung gibt. Änderungen an Account- und Projektanweisungen gibt dir die KI zum Einfügen.

  5. Erinnerungen bereinigen.

    Lass alles aus den Erinnerungen löschen, was jetzt woanders steht.

Maßstab der Prüfung ist der Skill zur Ordnung. Prüfst du mehrere Projekte in einem Chat, kopierst du ihre Projektanweisungen hinein. Du kannst den Prüfauftrag so übernehmen, auch schon beim ersten Aufräumen:

Prüfe alle Orte, an denen meine Anweisungen und mein Wissen liegen: Account-Anweisungen, Projektanweisungen, Skills, Dokumente und Erinnerung. Maßstab ist der Skill „anweisungen-ordnen“.

Liste mir auf:
1. Anweisungen und Angaben, die an mehr als einer Stelle stehen, mit allen Fundstellen
2. Widersprüche, mit beiden Fassungen und ihren Fundstellen
3. Anweisungen und Angaben am falschen Ort, mit dem Ort, an den sie gehören
4. Regeln und Abläufe in der Erinnerung
5. Regeln, die nach ihrem Wortlaut auch Fälle erfassen, für die sie nicht gemacht sind

Mach zu jedem Fund einen Vorschlag. Ändere nichts, bevor ich freigegeben habe.

Bei wiederkehrenden Aufgaben solltest du spüren, dass die Ergebnisse gleichmäßiger werden und du weniger korrigieren musst. So erlebe ich es bei meinen eigenen Abläufen.

Fast noch wichtiger ist mir die Ordnung, um meine Anweisungen inhaltlich zu verbessern. Ist ein Ergebnis schwach, lasse ich die KI analysieren, woran das liegt. Weil bei mir jede Anweisung nur an einer Stelle steht, kann die KI wesentlich leichter nachvollziehen, nach welcher Anweisung sie sich gerichtet hat, und diese Anweisung überarbeiten.

Trotzdem ist das kein perfektes System: Die KI legt manches weiterhin am falschen Ort ab und liefert nicht jedes Mal das gewünschte Ergebnis. Mit der regelmäßigen Prüfung bleibt die Ordnung aber recht gut erhalten.

Das Ordnen ist aufwändig, solange neue Anweisungen dazukommen: Du musst immer wieder nachräumen. Weniger wird die Arbeit erst, wenn du alle Anweisungen hast, die du brauchst, und nur noch gelegentlich etwas hinzufügst.

Ohne diese Arbeit kommst du aus dem ständigen Nachkorrigieren aber kaum heraus. Nach meiner Einschätzung ist der Nutzen danach größer als der Aufwand: Du sparst Zeit, kannst der KI ganze Aufgaben überlassen oder ganze Prozesse automatisieren.

Häufige Fragen

Wohin gehört eine KI-Anweisung: in die Account-Anweisungen, die Projektanweisung oder einen Skill?

Eine Anweisung gehört dorthin, wo sie gebraucht wird: Was du in jedem Chat brauchst, gehört in die Account-Anweisungen, was nur ein Projekt bei jeder Aufgabe braucht, in die Projektanweisung, und was nur wiederkehrende Aufgaben brauchen, in einen Skill. Pläne, Stände, Messwerte und Anweisungen für eine einzelne Sache legst du als Dokument ab; in die Erinnerung kommen keine Anweisungen. Die Tonalität etwa brauchst du nicht in jedem Chat, sie gehört deshalb in einen Skill. Jede Anweisung steht nur an einer Stelle, an weiteren Stellen steht ein Verweis.

Warum halten sich ChatGPT und Claude nicht an Anweisungen?

Mögliche Gründe sind unklare Anweisungen, verstreute Fassungen derselben Anweisung und zu viele Anweisungen auf einmal. Zwischen mehreren Fassungen muss die KI abwägen; nach meiner Beobachtung wählt sie dabei nicht immer die, die du gemeint hast. Außerdem nutzen Sprachmodelle die einzelne Information umso ungenauer, je mehr sie auf einmal verarbeiten. Anthropic erklärt das mit der begrenzten Aufmerksamkeit der Modelle („Effective context engineering for AI agents“, 2025). Steht jede Anweisung nur einmal an ihrem Ort, hält sich die KI eher daran.

Was passiert, wenn sich KI-Anweisungen widersprechen?

Widersprechen sich zwei Anweisungen, muss die KI abwägen, welche gilt. Laut Anthropic erschließt Claude dabei meist, was gemeint ist („The New Rules of Context Engineering for Claude 5 Generation Models“, Juli 2026, zu Claude Code mit Opus 5 und Fable 5). Nach meiner Beobachtung entscheidet sich die KI von Aufgabe zu Aufgabe neu, meist für die Fassung, die näher an der Aufgabe steht oder eindeutiger formuliert ist. Dass das immer die Fassung ist, die du gemeint hast, ist unwahrscheinlich. Lässt du nur eine Fassung stehen, gibt es nichts mehr abzuwägen.

Sollte man Regeln in der Erinnerung von ChatGPT oder Claude speichern?

Ich rate davon ab, Regeln und Abläufe in der Erinnerung abzulegen. Die KI entscheidet selbst, was sie dort speichert und wann sie es anwendet. So kann sie eine Regel aus einem Einzelfall auch in Chats anwenden, für die diese nicht gedacht ist. Aus meiner Sicht ist die Erinnerung für Gelegenheitsnutzer gemacht; für feste Abläufe im Beruf legst du Regeln in Skills oder Projektanweisungen ab, die du selbst steuerst.

Wann lohnt sich ein Skill statt einer Projektanweisung?

Ein Skill lohnt sich für Anweisungen, die du bei wiederkehrenden Aufgaben brauchst, aber nicht in jedem Chat eines Projekts. Claude lädt einen Skill erst vollständig, wenn eine Aufgabe ihn braucht („Skills explained“, Anthropic, 2026), eine Projektanweisung dagegen in jedem Chat des Projekts („Was sind Skills?“, Stand Oktober 2026). Kopierst du dieselben Anweisungen in mehrere Projekte, ist das laut „Skills explained“ ein Zeichen für einen Skill. Wie du einen Skill aufbaust und einrichtest, erkläre ich auf der Seite KI-Skills einbauen und verstehen.