Mad for Art – Eine Künstlerin vermarktet sich

Kunst und Kommerz, das waren einmal unvereinbare Gegensätze. Es gibt sicher immer noch ein paar Idealisten, die Armut als unverzichtbares  Merkmal der wahren Bohème betrachten. Doch die meisten Künstler wünschen sich einfach, schon zu Lebzeiten von Ihren Arbeiten leben zu können. Damit man mit Kunst Kasse machen kann ist jedoch mehr nötig, als gelegentliche Vernissagen in der benachbarten Zahnarztpraxis und das Verteilen von Kunstpostkarten. Hier scheitern dann leider die meisten Künstler, haben Sie doch von modernem Kunst-Marketing keine Ahnung. Was ja irgendwie verständlich ist.

Ich selbst bin auch kein Experte für Kunst-Marketing. Deshalb will ich heute allein die Anarcho-Malerin Etelka Kovacs-Koller vorstellen, die bei ihrer Vermarktung neue Wege geht und das meiner Meinung nach sehr gut. Etelka betreibt nach eigener Aussage ernstbefreite Kunst oder auch Action Painting, als Laie erinnern mich viele Werke an Graffiti. Auf Ihrer Webseite Mad for Art könnt ihr euch selbst ein Bild machen.

Einige der ungewöhnlichen Angebote von Etelka möchte ich hier aufzählen:

  • Events: Man kann Etelka für Veranstaltungen buchen. Dort malt sie dann mit Musik und viel Action eine Stunde lang live vor Publikum.
  • Workshops: Etelka gestaltet Action-Painting-Workshops für Firmen. Gemeinsames Malen schweißt als Team zusammen und weckt verschüttete Kreativität.
  • Garage-Painting: Etelka kommt zu dir und deinen Freunden nach Hause,  gemeinsam macht ihr aus deiner betongrauen Garage ein wahres Kunstwerk.
  • Tupper-Party: Etelka kommt mit ihren Bilder im Gepäck zu dir und veranstaltet bei Kaffee und Kuchen deine private Vernissage.
  • eBay: Die Bilder von Etelka kannst du auch bei eBay kaufen; oder du empfiehlst den Shop weiter und kassierst Provision.
  • Schöner-Wohnen: Schicke Etelka ein Foto deiner leeren Wände und du bekommst kostenlose Vorschläge zur Gestaltung.
  • Bilderrahmen-Recycling: Schicke Etelka die Maße deiner alten Bilderrahmen und du bekommst für kleines Geld passende Kunstwerke.
  • Weisse Wort für die Wand: Jeden Monat gestaltet Etelka ein Lesebild mit bekannten Zitaten.
  • Pfadfinderkarte: Etelka schickt dir eine Kunstpostkarte. Dafür versprichst du, in den nächsten Hut in der Fußgängerzone einen Euro zu werfen.

Gut, nicht? Mit all den Angeboten erschließt sich Etelka neben dem reinen Bilderverkauf weitere Umsatzquellen. Außerdem sind die Aktionen allesamt dazu geeignet, begeistert darüber zu reden und sie weiterzuempfehlen. Und wenn ein Künstler erst einmal viele überzeugte Liebhaber hat, dann gehen die Bilder doch fast von alleine weg, oder?!

Nun hoffe ich, dass viele Maler, Bildhauer und andere Künstler diesen Artikel lesen und sich inspiriert fühlen, beim eigenen Marketing mehr zu wagen.

Marcel ist freier Business-Texter mit über 10 Jahren Erfahrung und einem Schwerpunkt auf den Themen Personal, IT, Management und Marketing. Seine nächste Herausforderung: Mal einen kurzen Blog-Artikel schreiben. Du kannst ihn gerne für Deinen Blog oder Dein Projekt buchen. Hier erfährt du mehr über ihn.

10 Gedanken zu “Mad for Art – Eine Künstlerin vermarktet sich

  1. ladies and gentlemen!
    ein wahrlich grosser moment in meinem leben….und ein seltener dazu; ich bin sprachlos. in meinem alter (100 minus 43) zur „anarcho-malerin“ gekürt zu werden bringt mich in transpirative wallungen!

    mein grosser dank geht natürlich zuerst an marcel; der mein talent, meine hingabe und leidenschaft so trefflich erkannt und publiziert hat.

    bedanken möchte ich mich aber auch bei DEM aligator, der beckstein (beinahe) verspeist hat. das sind die ereignisse, die mich beflügeln, mich inspirieren und hoffnung auf eine bessere zukunft geben (das nächste mal klappt es vielleicht?).
    ja.
    was soll ich noch sagen…..
    ……danke, thank you, merci, köszönöm und большое спасибо!
    viva la revolucion!
    etelka,
    die bergoma

  2. Pingback: michaela didyk
  3. Pingback: Thomas Büdinger
  4. Pingback: michaela didyk
  5. Ich habe schon in diversen Foren den Ansatz der Selbstvermarktung diskutiert, doch die Künstler, die an den Diskussionen beteiligt waren, hatten immer den Dünkel zu glauben, dass es reicht gut zu sein. Alleine über das „gut sein“ kann man ellenlange Diskussionen führen.

    Ich ziehe gerne die Parallele zur Musik. Wie viele Musiksternchen sind nach oben gekommen, obwohl ihre Musik eher mäßig war. Wie viele talentierte Musiker tingeln durch Bars und kleine Bühnen, um die Wurst auf dem Brot zu verdienen. Es reicht nicht gut zu sein. Man muss sich auch vermarkten können. Ich probiere das auf verschiedenste Art und Weise und wer weiß, vielleicht bin ich damit einmal wirklich erfolgreich. Ich wünsche allen Künstlern bei ihren Versuchen der Selbstvermarktung viel Glück.

  6. Pingback: wohlgestalt
  7. Pingback: ApfelMuse

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