Kreatives Kultursponsoring zahlt sich aus

Pinakothek MünchenKultursponsoring ist beliebt. Die gerade veröffentlichte Studie Kultursponsoring in Deutschland 2007 zeigt, dass sich die Einnahmen von Kulturinstitutionen aus Sponsorships seit 2005 verdoppelt haben. Immer mehr Unternehmen engagieren sich längerfristig im Kulturbereich und sponsern die Einrichtungen an sich, anstatt wie in den Jahren zuvor eher nur einzelne Projekte oder Veranstaltungen.

Solche Engagements wirken sich für beide Seiten positiv aus. Die einen erhalten dringend benötigtes Geld. Die anderen tun etwas für das gute Gewissen, das gute Image und erreichen so gleichzeitig eine überdurchschnittlich gebildete und verdienende Zielgruppe. Mittlerweile haben große Kultureinrichtungen eigene Mitarbeiter, die sich um die Vermarktung der Sponsoren kümmern.

Sponsoring: Für viele Unternehmen hört sich das aber nach hohen Ausgaben ohne konkreten Nutzen an. Manche verwechseln es gar mit Spenden. Doch Kultursponsoring eignet sich auch für kleinere Mittelständler. Gerade im lokalen Bereich gibt es zahlreiche Museen, Theater oder Bibliotheken, die äußerst knapp bei Kasse sind und sich schon über kleine Beträge oder nützliche Sachspenden freuen. Außerdem sind kulturell engagierten Unternehmen Artikel und Berichte in den lokalen Medien sicher, ebenso die Dankbarkeit der Kommunalpolitik und die Sympathie der Bürger. Im Zeitalter der Globalisierung kann eine lokalpatriotische Geste Wunder bewirken.

Unternehmer sollten dann auch selbst aktiv werden, um sich als Sponsor des Heimatmuseums oder des Mundarttheaters optimal zu präsentieren. Dabei braucht man sich nicht mit dem Abdruck des Logos auf Eintrittskarten und Flyern zu begnügen. Guerilla-Marketer würden solche Methoden wählen: Bei Theatervorführungen wird der Firmenname in passendem Zusammenhang genannt oder Produkte des Unternehmens werden gut sichtbar als Requisiten verwendet. Im Museum werden historische, besonders innovative oder künstlerische Produkte des Unternehmens als Exponate in die Ausstellung integriert; bei einem lokal sehr verwurzelten Unternehmen ließe sich sogar ein eigener Themenraum einrichten. Freikarten und Sonder(vor)führungen können statt Feuerzeugen als originelle Geschenke an Mitarbeiter und Geschäftspartner dienen.

Der PR-Effekt gut gemachter Sponsorships darf nicht unterschätzt werden. Oft sind daraus schon enge Partnerschaften zwischen Unternehmen und Kultureinrichtungen entstanden, die ganz neue Wege der Vermarktung eröffneten.

Zum Schluss sei noch ein Kritikpunkt der Studie erwähnt: Knapp die Hälfte der Befragten Unternehmen kommen aus der Kulturhauptstadt Berlin, was die Aussagekraft für Gesamt-Deutschland einschränkt. Das Stadt-Land-Gefälle im Sponsoringbereich ist sicherlich hoch, aber gerade darin liegt doch die Chance! Wenn in Ihrer Region ‘noch niemand sowas gemacht hat’ dann ist das die perfekte Gelegenheit, mit Ihren Ideen auf Kulturbetriebe zuzugehen und der Erste zu sein.