Guerilla-Marketing: 7 Regeln für Outdoor-Aktionen

Auch ein Guerillakrieg will gut organisiert sein. Obwohl oder gerade weil Guerillas aus dem Untergrund agieren, ist eine gewisse Ordnung und die Einhaltung von Regeln unter den Truppen wichtig. Nicht umsonst waren große Siege oftmals der Verdienst ausgebildeter Strategen, die ihre Männer mit Geschick und einer festen Hand führten.

Im Guerilla-Marketing dagegen herrscht noch viel Unsicherheit; entsprechend wenige Kampagnen führen wirklich zum Erfolg – also zum PR-Sieg über die Großen. Da dieser Marketingzweig in Deutschland noch recht neu ist, fehlen den meisten Unternehmen die Erfahrungswerte.

Gerade die beliebten und PR-trächtigen Outdoor- Aktionen (”Ambient”) sind noch für viele ein Rätsel: Was soll ich, was muss ich, und was darf ich auf gar keinen Fall? Für alle Guerillakämpfer in Ausbildung habe ich hier sieben Regeln zusammengestellt, die Sie auf keinen Fall missachten sollten:

  1. Behindern Sie niemanden! Stellen Sie Ihre Werbemittel den Menschen nicht in den Weg. Die schönste Installation wird nervig, wenn man deshalb Umwege machen muss. Orte, an denen Gefahrensituationen entstehen können, sind absolut tabu. Da wird auch die Stadtverwaltung bei der lustigsten Kampagne kein Auge mehr zudrücken.
  2. Respektieren Sie die Umwelt! Zahlreiche Menschen sind beim Thema Umwelt sehr sensibilisiert und die Naturschutzvereine warten auf jede Gelegenheit, sich zu profilieren. Bevor Sie also mit einer Lasershow den Vogelflug stören oder ein Happening im Naturschutzgebiet abhalten wollen, klären Sie die Situation vorher ab.
  3. Verfolgen Sie die Nachrichtenlage! Guerillaaktionen dürfen zwar provokant sein, durch zufällige Kombination mit aktuellen Geschehnissen können Sie aber schnell ins Geschmacklose abdriften. Blasen Sie die Sache im Zweifelsfall lieber ab, als sich negative Presse einzufangen.
  4. Bleiben Sie nicht zu lange! Die Strategie der Guerillakämpfer beruht darauf, wie aus dem Nichts aufzutauchen und wieder zu verschwinden. Machen Sie es Ihnen nach: Wenn auch noch der letzte Ihre Aktion gesehen hat, ist nichts Aufregendes mehr daran. Welchen Grund gibt es dann noch, sie weiterzuerzählen?
  5. Schweigen Sie! Informieren Sie nicht alle Medien und versenden Sie nicht tausende Mails. Wenn Sie die virale Verbreitung einer Guerillakampagne anstoßen wollen, holen Sie sich maximal ein Medium ins Boot oder informieren nur eine Handvoll Freunde. Das erhöht die Exklusivität der Nachricht und damit die Motivation der Empfänger, Sie weiterzugeben.
  6. Binden Sie die Anderen mit ein! Interaktive Elemente oder „begehbare“ Installationen machen Spaß, erhöhen die Wahrnehmung und lassen die Passanten Teil der Botschaft werden.
  7. Schaffen Sie etwas Neues! Die Verlockung ist zwar groß, erfolgreiche Kampagnen zu kopieren. Aber Kommentare á la „Die haben auch keine eigenen Ideen“ sind wohl das einzige, was Sie damit provozieren werden. Lassen Sie sich lieber etwas mehr Zeit, denken Sie sich etwas Neues aus oder entwickeln Sie vorhandene Ideen intelligent weiter.

Auch Guerillakämpfer fallen nicht vom Himmel. Mit diesen Regeln allein werden Sie den Krieg nicht gewinnen. Zumindest werden Sie aber durch die Grundausbildung kommen, ohne dass die Ladung nach hinten losgeht.

Marcel ist freier Business-Texter mit über 10 Jahren Erfahrung und einem Schwerpunkt auf den Themen Personal, IT, Management und Marketing. Seine nächste Herausforderung: Mal einen kurzen Blog-Artikel schreiben. Du kannst ihn gerne für Deinen Blog oder Dein Projekt buchen. Hier erfährt du mehr über ihn.