Die 5 größten Irrtümer über Guerilla-Marketing

Guerilla-Marketing: Alle finden es toll, viele haben mal etwas darüber gelesen, wenige verstehen es und ganz wenige machen es richtig. In Gesprächen mit Kunden und Kollegen und bei meiner Moderationstätigkeit im Guerilla Marketing Camp muss ich immer wieder feststellen, dass das Wesen von Guerilla-Marketing sehr oft missverstanden wird. Es wird Zeit, mit den größten Irrtümern endgültig aufzuräumen:

„Ich habe nur ein kleines Marketing-Budget, also mache ich Guerilla-Marketing.“

Übertragen hieße das: Wenn man der Bundeswehr 80% aller Mittel streicht, wird aus ihr eine Guerilla-Armee. Wird aber nicht. Guerilla ist eine Einstellung, Denkweise, Strategie, Methodik, die man erlernen muss. Es gehört viel mehr dazu als günstige Marketingmaßnahmen zu planen. Übrigens ist Guerilla-Marketing nicht zwangsläufig für kleine Budgets zu haben. Guerilla-Marketing ist günstig im Vergleich zu klassischen Kampagnen, die die gleiche Wirkung erzielen sollen. Gegen fünf Millionen Euro für TV-Spots sind also auch 50.000 Euro spottbillig – für kleine Unternehmen aber jenseits von Gut und Böse.

„Guerilla-Marketing heißt: Spektakuläre Aktionen.“

Spektakuläre Aktionen, so genannte Sensations oder Stunts, gehören sicher dazu und sind meist das erste, womit man als Nicht-Guerilla in Berührung kommt. Aber sie sind längst nicht alles. Genau so wie Guerilla-Kämpfer eine Vielzahl an Taktiken nutzen, kann auch der Guerilla-Marketer auf ein großes Repertoire zurückgreifen – was die jeweilige Situation hergibt und erfordert. Langweilige, klassische Maßnahmen können ebenso durch geschickte Anpassung zu hochwirksamen Guerilla-Maßnahmen werden.

„Ich brauche nur eine gute Idee, dann kann ich loslegen.“

Gute Ideen sind wichtig, doch nur der vorletzte Schritt in einer langen Kette von Vorbereitungen. Auch Guerilla-Marketing muss im Kontext einer Gesamtstrategie stehen und mit den anderen Faktoren des Marketingkonzepts abgestimmt werden. Sonst verpufft die Wirkung wahrscheinlich sehr schnell. Und eine miserable Umsetzung kann zum Schluss die beste Idee kaputtmachen.

„Ich habe zu wenige Kunden, also mache ich eine Guerilla-Aktion.“

Mit einer Schlacht gewinnt man keinen Krieg. Mit einer Aktion wird man nicht erfolgreich. Es ist ein Trugschluss zu denken, dass nach einer – wenn auch genialen – Aktion die Kunden strömen würden. Ohne Geduld, Ausdauer und ständiger Aktivität geht es nicht. Guerilla-Marketing kann außerdem andere Maßnahmen zur Kundengewinnung nicht ersetzen; es ist eine Ergänzung. Das Salz in der Suppe sozusagen.

„Mit Guerilla-Marketing erhalte ich garantiert Aufmerksamkeit.“

Im Internet kursieren tausende Fotos und Videos erfolgreicher Guerilla-Kampagnen. Also kann es doch nicht so schwer sein! Der Haken an der Sache: Von den erfolglosen, weil unbemerkten Aktionen erfahren Sie überhaupt nie. Und das sind gar nicht wenige. Echte Guerilla-Marketer ficht das nicht an. Wenn eine Schlacht nicht gewonnen werden kann, zieht man sich zurück, sammelt Kräfte und sucht sich einen neue Gelegenheit für die nächste Offensive.

Buchtipp zum Thema: Guerilla-Marketing – Ideen schlagen Budget