Jaaa, das Internet ist wichtig! Das hat mittlerweile jeder Kleinunternehmer kapiert, der sich um sein Marketing Gedanken macht. Vor allem beim Ausbildungsmarketing. Denn die Zielgruppe besteht zu 100% aus “jungen Leuten” und gerade die sind ja sowieso den ganzen Tag online, hängen in Facebook und anderen sozialen Netzwerken rum. Aber hat sich diese Erkenntnis wirklich durchgesetzt? Nutzt wirklich fast jeder Ausbildungsbetrieb das Internet, um an Azubis zu kommen? Ich wollte das einmal genauer wissen, habe recherchiert… und war schockiert.
Zunächst die Ausgangssituation. Jeder Ausbildungsbetrieb kann bestätigen, dass die Bewerberzahlen in den letzten Jahren rückläufig sind und es immer schwieriger wird, geeignete Kandidaten zu finden. In Zahlen: 55.000 Lehrstellen blieben 2010 unbesetzt, dass sind fast ein Viertel aller angebotenen Stellen. Also muss sich jeder Betrieb schwer ins Zeug legen, um Azubis zu finden. Da sage und schreibe 100% aller 14-19-jährigen im Internet unterwegs sind und sich 95% online über Arbeitgeber informieren, sollte doch eigentlich klar sein, wo Unternehmen ihre Budgets reinstecken: Online-Marketing! Social Media Marketing!
Und so sieht die Realität aus:
Nur 55% aller Unternehmen nutzen 2011 überhaupt das Internet, um nach Azubis zu suchen, 3% mehr als 2010. Mit 43% folgen die guten alten Print-Anzeigen, die sogar an Beliebtheit gewonnen haben. Stellt man daneben, dass nur 20% der Jugendlichen eine Zeitung und nur 6% eine Wochenzeitung lesen (16. Shell Jugendstudie, Stand 2010), erkennt man recht schnell den Unsinn dieser Maßnahmen.
Auf welche Online-Maßnahmen setzen die 55% der Unternehmen fürs Ausbildungsmarketing?
Ein Großteil aller Online-Maßnahmen zum Azubi-Recruiting entfällt also auf Stellenanzeigen auf der Webseite der Unternehmen. Das hört sich erst einmal ganz nett an. Doch die wenigsten Unternehmen betreiben Suchmaschinenoptimierung für ihre Webseite. Heißt, dass die meisten Stellenanzeigen auf Webseiten gar nicht gefunden werden, also wirkungslos sind. Insofern ist dieses Mittel allein nicht geeignet, um Azubis zu finden. 30% der Unternehmen, die das Internet nutzen (also 12% aller Unternehmen) stellen ihre Anzeigen immerhin in Job-Börsen ein. Dort ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bewerber die Anzeige finden, schon um einiges höher.
Die Chance, direkt über Soziale Netzwerke mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen und sich als Ausbildungsbetrieb vorzustellen, ergreifen jedoch nur magere 5%, gemessen an der Gesamtzahl der Unternehmen. Das ist sehr schade. In Facebook kann ich Millionen Jugendlicher täglich oft für mehrere Stunden erreichen. Welches andere Medium kann das schon von sich behaupten? ”Sechs, setzen!” muss das Fazit in Sachen Ausbildungsmarketing in Deutschland leider heißen. Der Mittelstand, den der Fachkräftemangel wohl am stärksten trifft, verschenkt riesiges Potenzial und viel Geld durch seine antiquierten Recruiting-Maßnahmen.


Sehr sehr richtig!
Anstatt teure Anzeigen bei Monster und Co zu schalten, haben wir einen Blog-Beitrag geschrieben (http://www.onchestra.com/blog/p/online-marketing-praktikum-stuttgart), der dank unserer OMS automatisch auf Facebook veröffentlicht wurde, über unseren Newsletter rausging und an Google “gesandt” wurde (siehe Keywords “marketing praktikum stuttgart” bzw. “online marketing praktikum stuttgart”).
Zusammen mit einem unserer Agenten, der auf der Karriere-”Landing Page” (http://www.onchestra.com/karriere/online-marketing-praktikum) die erste Qualifikation erledigt, bekommen wir so im Abstand von 3-5 Tagen neue Anfragen über Google, Social Media und aus bestehenden Kontakten (via unseren, ebenfalls über die OMS generierten, Newsletter).
Zeitaufwand: ca. 1 Stunde für das Verfassen der Stellenbeschreibung
Kosten: €0
Fazit: Like! ;-)
Danke, du sprichst uns aus der Seele. Wir predigen seit 4 Jahren Social Media bzw. Online Marketing im Azubi-Marketing-Mix zu verankern. Leider tun sich Unternehmen damit sehr schwer. Da werden lieber Print-Anzeigen geschaltet, als das man auch nur einmal bereit wäre z.b. eine Adwords oder auch eine facebook Kampagne zu planen. Da sind die Ausbildungsbetriebe einfach in den 90ern hängen geblieben, muss man leider so hart sagen. Aber wir geben nicht auf!:)