Schlagwort-Archiv: Recht

Datenschutzkonforme Einbindung des “Gefällt mir”-Buttons

Facebook und der deutsche Datenschutz – eine unendliche Geschichte. Erst vor gut zwei Wochen hat wieder eine Erklärung des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein für Aufsehen gesorgt. Das ULD fordert alle Webseitenbetreiber auf, ihre Fanseiten zu schließen und alle Facebook Social Plugins von den Webseiten zu entfernen. Sonst könnten ab Oktober Strafen von bis zu 50.000 € fällig werden. (Zunächst gilt das nur für Betreiber in Schleswig-Holstein.) Zitat: “Allen Stellen muss klar sein, dass sie ihre datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit nicht auf das Unternehmen Facebook, das in Deutschland keinen Sitz hat, und auch nicht auf die Nutzerinnen und Nutzer abschieben können.”

Die datenschutzrechtlichen Beanstandungen im Detail können auf der Webseite der ULD nachgelesen werden. Auf die Forderung, Fanseiten auf Facebook zu schließen, möchte ich hier nicht näher eingehen. Ob das wirklich passieren wird, bezweifle ich. Überzogen finde ich diese Forderung allemal. Selbst wenn Facebook in der Tat mit Daten nicht gerade verantwortungsvoll umgeht, hat doch jeder das Wahlrecht, ob er sich dort registrieren will und welche Daten er dort preisgibt.

Im anderen Punkt, bei den Social Plugins, stimme ich dem ULD jedoch zu. Es ist nämlich so, dass Facebook Daten zu allen Webseitenbesuchern erhebt, sobald diese Webseite ein Social Plugin – zum Beispiel den “Gefällt mir”-Button – eingebunden hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Besucher den Button klickt, gerade in Facebook eingeloggt ist oder überhaupt ein Facebook-Konto besitzt. Die Social Plugins sind sozusagen versteckte Datensammler, denen sich niemand entziehen kann.

Es sei dahingestellt, ob die Androhung von Strafen in solchen Fällen (es trifft ja theoretisch auch kleine Blogbetreiber) das richtige Mittel ist. Auf jeden Fall hat das ULD mit seiner Drohung erreicht, dass sich recht schnell praktikable Lösungen für dieses Problem gefunden haben. Die Anwaltskanzlei WBS riet wenige Tage nach der Erklärung der ULD zu einer mehrstufigen Lösung: Statt den “Gefällt mir”-Button direkt einzubinden soll man diesen durch eine andere Grafik ersetzen. Erst wenn ein Besucher diese Grafik anklickt und damit bestätigt, dass er die Facebook Plugins aktivieren möchte, wird der “echte” Button angezeigt, der Daten sammelt. Dazu wird empfohlen, zusätzliche Hinweise in die Datenschutzerklärung aufzunehmen.

Für diese Alternative kursieren schon zahlreiche Skripte im Netz, die man in seine Webseite einbinden kann. Das IT-Portal heise.de hat die meiner Ansicht nach beste Lösung entwickelt und diese auch als WordPress-Plugin zur Verfügung gestellt. Dieses bindet die Pseudo-Buttons für Facebook, Twitter und Google+ unter jedem Blog-Artikel ein, informiert die Besucher über die Funktionsweise und lässt auch die Wahl, die Plugins dauerhaft zu aktivieren.

Wie dieses WordPress-Plugin “2 Click Social Media Buttons” genau funktioniert können Sie unter diesem Artikel sehen; ich habe es schon installiert und dafür die andere Buttons entfernt. Auch den Hinweis auf meine Facebook-Fanseite “Ausbildungsmarketing 2.0” habe ich nun durch eine eigene Grafik gelöst statt mit der Like-Box von Facebook. Der Marktschreyer-Blog sendet also keine Daten mehr an Facebook, wenn Sie es nicht selbst zulassen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin frohes und sicheres Surfen!

Urteil: Fremde Marken als Keywords bei Adwords erlaubt

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat nun ein wegweisendes Urteil gefällt, das Werbetreibenden entegegenkommt. Der BGH hat entschieden, dass die Verwendung einer fremden Marke als Keyword für Google Adwords anzeigen erlaubt ist. Das heißt, dass Sie beispielsweise bei Adwords einstellen können, dass Ihre Anzeige erscheint, wenn ein User den Markennamen eines Wettbewerbers googelt. Oder Sie können Marken von Produkten verwenden, die Sie in Ihrem Shop verkaufen, obwohl Sie kein autorisierter Händler sind.

Wichtig dabei ist: Die Marke darf natürlich nicht in Überschrift oder Text Ihrer Anzeige vorkommen, wenn Sie nicht dazu berechtigt sind. Die Gestaltung der Anzeige muss außerdem deutlich machen, dass Sie nicht mit dem Markeninhaber in Verbindung stehen.

Endlich gibt es in diesem Punkt weitgehend Rechtssicherheit und endlich wurden auch mal andere Rechte als die der großen Konzerne berücksichtigt. (via)

Opt-out bei Newsletter-Bestellung reicht nicht aus

Ohne eine eindeutige Einwilligungserklärung dürfen Online-Shops ihren Kunden keine Newsletter zukommen lassen. Eine voreingestellte Einwilligungserklärung, bei der das Häkchen aktiv entfernt werden muss (Opt-out), wenn kein Newsletter erwünscht ist, ist unwirksam. Das wurde nun in mehreren Urteilen deutscher Gerichte festgestellt.

Für Shop-Betreiber heißt das, dass sie sich nun (noch mehr) Gedanken machen müssen, wie sie Kunden zum Newsletter-Abo bewegen. Denn darauf, dass die Kunden das Abbestellen vergessen, dürfen sie sich nun nicht mehr verlassen.

Gefunden bei Haufe

Diese Gesetze sollten twitternde Unternehmen beachten

Dr. Martin Schirmbacher von den Härting Rechtsanwälten hat ein E-Paper zum Thema Rechtsvorschriften für Unternehmen in Twitter geschrieben. Dort stellt er Gesetze und aktuelle Urteile zusammen, die den Rahmen für “sicheres” Twittern abstecken. Die Checkliste am Ende des Papers möchte ich hier zitieren:

  • Verwenden Sie keine fremden Marken oder Namen im Twitter-Account.
  • Holen Sie (Online-)Nutzungsrechte ein, wenn Sie geschützte Backgrounds oder Profilbilder nutzen.
  • Binden Sie Web-Impressum ein.
  • Bezahlen Sie nicht andere für Werbung auf Twitter, wenn dies nicht kenntlich gemacht wird.
  • Versenden Sie keine werbenden Direkt-Nachrichten ohne Einwilligung.
  • Twittern Sie nichts, was Ihnen für Ihre Unternehmenswebsite rechtlich zu unsicher wäre.
  • Machen Sie Ihren twitternden Mitarbeitern Vorgaben für die Twitter-Nutzung

Ich verzichte auf Google Analytics

Nach Google Analytics wiederholt in die Schlagzeilen geraten ist habe ich mich jetzt zum Handeln entschlossen. Dass sich GA in Deutschland datenschutzrechtlich in der Grauzone bewegt ist schon lange klar. Doch scheint GA nun endgültig von grau nach schwarz zu rutschen, zumindest was man so hört und liest – als Laie kann man sich (leider) über solche rechtliche Fragen kein Urteil bilden. Um Abmahnungen vorzubeugen und mit gutem Beispiel voranzugehen, werde ich daher unsere Webseiten auf das Tracking-Tool Piwik umstellen und dies auch unseren Kunden empfehlen.

Google Analytics werde ich nur noch einsetzen, wenn es darum geht, umfangreiche Adwords-Kampagnen zu tracken. Hier gibt es meines Wissens noch keine anderen kostenlosen Tools, die das anständig beherrschen. Mit kostenpflichtigen Tools werde ich mich demnächst auch mal auseinandersetzen.

Was tut ihr in Sachen GA?

Noch frei? 5 Tipps für die richtige Internet-Adresse

Wegen der Bedeutung des Internets als Marketingkanal achten viele Gründer bei der Wahl Ihres Firmennamen darauf, ob noch passende Domains vorhanden sind. Bei reinen Onlineunternehmen kann die Internetadresse sogar erfolgsentscheidend sein. Weltweit sind schon etwa 200 Millionen Domains registriert, allein unter der Endung .de an die 13 Millionen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Ihre Wunschadresse nicht mehr frei ist. Was tun? Jetzt heißt es kreativ werden. Und die folgenden fünf Tipps beachten:

  1. In der Kürze liegt die Würze. www.buerobedarf-mustermann-online.de sieht weder gut aus noch ist es bequem zu tippen. Auch auf der Visitenkarte werden Sie Platzprobleme bekomme. Grundsätzlich gilt: Je kürzer desto besser. (Wenn Suchmaschinenoptimierung für Ihren Erfolg sehr wichtig ist und Sie die meisten Besucher über Google & Co. erwarten, können evtl. auch längere Adressen sinnvoll sein.)
  2. Machen Sie den Anrufbeantwortertest. Wenn eine Domain übers Telefon nicht einwandfrei verständlich ist, vergessen Sie sie. Weder wollen Sie Ihre Internetadresse jedes Mal buchstabieren noch den Besuchern zumuten, alle möglichen Schreibweisen ausprobieren zu müssen.
  3. Keine Top-Level-Domains aus Bananenrepubliken. Wenn auf .de und .com schon alle Wunschnamen belegt sind ist das Ausweichen auf exotische Domains (.vu, .cx, .ws) keine Alternative. Diese Endungen schreien geradezu: Ich bin unseriös! Alternativen wie .info und .biz muss man je nach Situation abwägen. (Es gibt viele Spam-Seiten mt diesen Endungen.) Suchen Sie lieber nach einer freien Wortkombination weiter. Domains mit der Endung .eu sind mittlerweile auch akzeptiert, dort könnten Sie noch mehr Glück haben.
  4. Sichern Sie die Umgebung. Reservieren Sie nicht nur eine Domain, sondern auch Varianten mit ähnlicher Schreibweise (mit und ohne Bindestrich) oder häufigen Tippfehlern. So machen Sie es Ihren Besuchern leicht und Ihren Wettbewerbern schwer.
  5. Beachten Sie die Rechtslage. Finger weg von registrierten Marken und (Domain-)Namen von Wettbewerbern, auch wenn nur eine geringe Ähnlichkeit zu Ihrer Wunschadresse besteht. Viele Unternehmen wachen streng über den Schutz Ihrer Marken und sind schnell mit einer Klage bei der Hand. Besprechen Sie Ihren Domainwunsch ggf. mit einem Markenanwalt und kalkulieren Sie das Risiko. Ein paar Grundregeln gibts hier.

Und nun Stifte gezückt, Tasten gedrückt: Wunschadresse austüfteln, überprüfen und dann ab zur Registrierung.

Rechtssicher werben nach dem neuen UWG

Zum 31.12.2008 ist das neue UWG inkraft getreten, das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Trotz des geringen öffentlichen Interesses enthält die Neufassung zahlreiche Änderungen, welche die Tätigkeit jedes Unternehmens berühren. Gerade die Werbung gegenüber Konsumenten oder Endverbrauchern ist nochmals erheblich eingeschränkt worden. Auch Fragen des Markenschutzes und des Urheberrechts, sowie die Gestaltung von Sonderaktionen werden im UWG geregelt. Um teuren Abmahnungen vorzubeugen sollten sich also auf dem Laufenden halten. Zum Glück müssen Sie sich nicht durch beamtendeutsche Gesetzestexte kämpfen – die Kanzlei Päsel Reiff Seifried aus Frankfurt a.M. bietet den praktischen Leitfaden “Rechtssicher werben nach neuem UWG” zum Download an, der alles Wichtige schön zusammenfasst.