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Ade, du Google-Filter-Blase… Hallo, DuckDuckGo!

Google trackt jeden Tastenanschlag, jeden Klick und jede Bewegung die ich mache, egal ob ich direkt die Suchmaschine nutze oder auf anderen Seiten unterwegs bin, die Google Analytics, Google+ Plugins oder andere Google-Schnipsel eingebunden haben. Nicht, dass mich das grundsätzlich stört. Bisher habe ich die vielen kostenlosen Dienste von Google immer gerne genutzt und nutze sie noch gerne. Als Shopbetreiber profitiere sehr von der Sammelwut von Google, erlaubt sie mir doch meinen Shop laufend zu optimieren. Und darüber hinaus zeigt mir Google verlässlich die “richtigen” Ergebnisse bei meinen Suchen an, so dass ich meist innerhalb weniger Klicks und Sekunden das finde, was ich suche. Kein Wunder, denn aufgrund der vielen gesammelten Daten über mich kann mir Google individuell zugeschnittene Suchergebnisse anzeigen. (Auch wenn ich ausgeloggt bin oder die “anonyme” Suche nutze.) Perfekt, eigentlich. Und genau darauf will ich hinaus.

Kennst du das Gefühl, wenn du eine andere Suchmaschine als Google benutzt, dass dir die Suchergebnisse irgendwie komisch vorkommen? Lauter irrelevante Ergebnisse, Seiten, von denen du noch nie etwas gehört hast, und die ganzen gelernten Top-Seiten sind nicht mit unter den ersten Ergebnissen… mir geht das ständig so, wenn ich mal aus Zufall oder bewusst bei Bing oder DuckDuckGo suche. Ich bin eben schon google-isiert, wie 90% der restlichen deutschen Bevölkerung.

DuckDuckGo war mir schon länger ein Begriff, als eine Art Open-Source-Suchmaschine, die mich nicht trackt, meine Privatsphäre respektiert und keine weniger kommerzielle Interessen hat. Aber auch da waren nach einigen Tests die Suchergebnisse doch eher komisch. Erst jetzt, nachdem ich einen Focus-Artikel zum DLD 2013 gelesen hatte, habe ich mich nochmal näher mit DuckDuckGo beschäftigt. Auf den zwei nett gestalteten Webseiten DontTrack.us und DontBubble.us wird mit leicht ironischen Seitenhieben auf die Suchmaschinen-Konkurrenz das Konzept von DuckDuckGo erklärt. Während bei “Don´t track us” das Thema Datenschutz behandelt wird (*gähn*), findet sich unter dem Titel “Escape your Search Engine’s filter bubble” eine interessante Beschreibung des Phänomens der Google-isierung, das ich zwar immer wahrgenommen, aber nie richtig durchdacht hatte. Du solltest die Seite selbst lesen, hier die Zusammenfassung:

Durch das Tracking deines Verhaltens kann Google von Tag zu Tag feiner berechnen, welche Ergebnisse es dir auf deine Sucheingaben angezeigen soll. Allerdings bekommst du dadurch nicht die Suchergebnisse angezeigt, die am wichtigsten und relevantesten für dich sind, sondern die, von denen Google annimmt, dass sie am wichtigsten und relevantesten für dich sind. Das ist ein großer Unterschied. Da jede Suchanfrage also erst durch deinen “individuellen Filter” gejagt wird, bekommst du mit der Zeit sehr einseitige Suchergebnisse. 99,9% des Internets wird von vornherein ausgeblendet und als nicht relevant eingestuft. Die Entscheidungsmacht, was du lesen oder anschauen möchtest, wird dir also abgenommen. Du lebst in einer Filter-Blase.

Will ich auf die Schnelle eine konkrete Antwort auf eine konkrete Frage finden, ist so ein Filter sicherlich hilfreich. Will ich jedoch frei zu einem Thema recherchieren, Neues entdecken, schränkt mich die Filter-Blase stark ein. Ok, ich könnte jetzt vor der Suche alle Cookies und sonstigen Hinweise auf meine Identität vom Computer löschen, um dann ungefilterte Suchergebnisse zu bekommen. (Wenn das überhaupt geht.) Mal ehrlich, das ist keine Option. Und wahrscheinlich wäre ich jedes Mal enttäuscht, dass ich so komische Suchergebnisse sehe, und mich wieder dankbar in meiner personalisierten Blase einrichten.

Deshalb muss jetzt ein Experiment her: Ich will der Filter-Blase komplett entkommen! Ich habe DuckDuckGo als Standardsuche im Firefox eingerichtet und suche im Regelfall nur noch darüber. (Es sei denn, ich will explizit die Google-Suchergebnisse als Vergleich heranziehen.) Außerdem habe ich mir das Plugin Ghostery installiert, mit dem ich jede Art Cookie, Trackingpixel, Social Plugins und andere Verfolger und Datensammler abblocken kann. Dazu noch alle alten Cookies gelöscht. Das heißt, ich habe es allen Webseiten so schwer wie möglich gemacht (soweit das mit Bordmitteln für einen Laien möglich ist), eine Historie für mich anzulegen und mir individuell gefilterte Inhalte anzuzeigen. Nicht, dass ich jetzt unter die militanten Datenschützer gegangen wäre. Ich will einfach mal sehen, ob ich wirklich in der Filter-Blase gesteckt habe, sich mein Horizont jetzt tatsächlich erweitert – online und auch sonst so. Ob ich bisher verborgene (Un-)Tiefen des Internets entdecken und schlummernde Schätze des Informationszeitalters heben werde? Ob ich mich an ungefilterte Suchergebnisse, die meine mir lieb gewordenen Gewohnheiten und Vorlieben komplett ignorieren, gewöhnen kann? Ich bin gespannt…

Was ist deine Meinung zum Thema?

Social Metrics WordPress Plugin

Wie beliebt sind meine Blog-Beiträge? Wie oft wurden diese geliked, geshared und gepluseinst? :-) Wenn ich das bisher herausfinden wollte musste ich jeden einzelnen Artikel meines Blogs aufrufen und dort den Zählerstand der Social Media Buttons lesen. Sehr umständlich!

Gerade eben habe ich das WordPress Plugin “Social Metrics” entdeckt, das mir diese Arbeit abnimmt. Das Plugin liest alle Zählerstände aus und zeigt mir die Anzahl der Klicks für alle populären Netzwerke an: Twitter, Facebook, Google Plus, LinkedIn (auch StumbleUpon, Google Buzz und Digg).

Für die Social Media Buttons nutze ich übrigens das Plugin “Tweet Like Plusone“. Das bindet nur die Buttons für Twitter, Facebook und Google Plus ein und nicht noch 50 andere US-Netzwerke, die hierzulande niemanden interessieren.

Urteil: Fremde Marken als Keywords bei Adwords erlaubt

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat nun ein wegweisendes Urteil gefällt, das Werbetreibenden entegegenkommt. Der BGH hat entschieden, dass die Verwendung einer fremden Marke als Keyword für Google Adwords anzeigen erlaubt ist. Das heißt, dass Sie beispielsweise bei Adwords einstellen können, dass Ihre Anzeige erscheint, wenn ein User den Markennamen eines Wettbewerbers googelt. Oder Sie können Marken von Produkten verwenden, die Sie in Ihrem Shop verkaufen, obwohl Sie kein autorisierter Händler sind.

Wichtig dabei ist: Die Marke darf natürlich nicht in Überschrift oder Text Ihrer Anzeige vorkommen, wenn Sie nicht dazu berechtigt sind. Die Gestaltung der Anzeige muss außerdem deutlich machen, dass Sie nicht mit dem Markeninhaber in Verbindung stehen.

Endlich gibt es in diesem Punkt weitgehend Rechtssicherheit und endlich wurden auch mal andere Rechte als die der großen Konzerne berücksichtigt. (via)

IP-Logging bei Piwik deaktivieren

Kürzlich habe ich erwähnt, dass ich Google Analytics nicht mehr einsetzen werde. GA erfüllt wohl nicht die Anforderungen des deutschen Datenschutzes. Stattdessen nutze ich nun das Open Source Tool Piwik. Doch wie Kommentator Martin Gamnitzer richtig bemerkte, loggt auch Piwik die IP-Adressen der Webseitenbesucher mit. Damit Piwik also 100% koscher wird muss das IP-Logging deaktiviert werden. Wie das geht erklärt Martin in seinem Blog, bald wird er auch ein Plugin zu diesem Zweck anbieten. Vielen Dank dafür!

Ich verzichte auf Google Analytics

Nach Google Analytics wiederholt in die Schlagzeilen geraten ist habe ich mich jetzt zum Handeln entschlossen. Dass sich GA in Deutschland datenschutzrechtlich in der Grauzone bewegt ist schon lange klar. Doch scheint GA nun endgültig von grau nach schwarz zu rutschen, zumindest was man so hört und liest – als Laie kann man sich (leider) über solche rechtliche Fragen kein Urteil bilden. Um Abmahnungen vorzubeugen und mit gutem Beispiel voranzugehen, werde ich daher unsere Webseiten auf das Tracking-Tool Piwik umstellen und dies auch unseren Kunden empfehlen.

Google Analytics werde ich nur noch einsetzen, wenn es darum geht, umfangreiche Adwords-Kampagnen zu tracken. Hier gibt es meines Wissens noch keine anderen kostenlosen Tools, die das anständig beherrschen. Mit kostenpflichtigen Tools werde ich mich demnächst auch mal auseinandersetzen.

Was tut ihr in Sachen GA?

Googlest du noch oder forestlest du schon?

Forestle ist eine Suchmaschine, basierend auf der Yahoo-Engine. Gähn… Na und? Das besondere ist, ich zitiere:

Forestle ist eine unabhängige nicht-profitorientierte Webseite. Alle Überschüsse gehen an das “Adopt an Acre” Programm unserer gemeinnützigen Partnerorganisation The Nature Conservancy und kommen somit dem nachhaltigen Schutz der Regenwälder weltweit zugute. Derzeit nutzen etwa 50.000 Menschen Forestle und jeden Tag werden so mehrere tausend Quadratmeter Regenwald gerettet.

Eine Suchanfrage bei Google, so heißt es, verbraucht genau so viel Energie wie eine Energiesparlampe in einer Stunde. Wenn ich also schon so viel Licht brennen lasse schütze ich wenigstens ein paar m² Wald damit. Gute Sache, ich bin dabei!