Schlagwort-Archiv: Bewertungen

Online-Shopper wollen Top-Service

Im stationären Handel kosten die Produkte etwas mehr, dafür gibt es erstklassige Beratung und Kundenservice. Online-Shops dagegen sind etwas für Schnäppchenjäger, die für günstige Preise auf Service verzichten wollen. Keiner tut dem anderen weh. Sollte es jemals so gewesen sein – ich bezweifle das stark –, sind diese Zeiten vorbei. Online-Kunden haben die gleichen Ansprüche wie solche, die noch im Fachgeschäft um die Ecke einkaufen: Persönliche Beratung, ansprechende Produktpräsentation, umfassende Serviceleistungen. Das bestätigt nicht zuletzt die aktuelle Studie “Shopping around Europe” der Art Technology Group.

Zu dieser Entwicklung beigetragen hat neben gesellschaftlichen Gründen vor allem die Gesetzgebung: Das vorgeschriebene Rückgaberecht beispielsweise ist in Online-Shops wesentlich verbraucherfreundlicher als im Fachgeschäft. Und an ihr gutes Recht gewöhnen sich Konsumenten sehr, sehr schnell. Die Ungeschicktheit vieler Einzelhändler hat das “Problem” noch verschärft. Statt freiwillig gleichzuziehen und an eigenen Service-Konzepten zu arbeiten haben sie es sich in der Servicewüste bequem eingerichtet.

Online-Händler wissen mit dieser Herausforderung meist gut umzugehen. Schwieriger ist es für Multi-Channel-Händler mit stationärem Hauptgeschäft. Sie betreiben den Online-Shop nebenher und müssen die dort niedrigeren Preise gegenüber irgendwie begründen. Oft wird über den Service differenziert. Doch wird das kaum noch funktionieren. Die anspruchsvollen Kunden unterscheiden nämlich nicht mehr zwischen den einzelnen Kanälen. Weder beim Einkaufen selbst, noch in ihrer Meinung. Mangelnder Service im Online-Shop schädigt die Marke eines Händlers insgesamt, unabhängig vom Service in seinen Ladengeschäften. Dank Preisvergleichen und Bewertungsportalen hüpfen die Surfer von Shop zu Shop: Dahin, wo ihre Wünsche und Ansprüche erfüllt werden, zum möglichst kleinsten Preis.

Welche Möglichkeiten gibt es, Kunden im Online-Shop persönliche Beratung und Top-Service zu bieten? Der Download eines Verkäufers direkt zum Kunden ist ja (noch :) nicht möglich. Möglich sind dagegen diese Lösungen:

  • Ein Click-to-Call- oder Call-Back-Button oder eine Chat-Funktion bedienen das Bedürfnis des Kunden nach persönlichem Kontakt.
  • Integrieren Sie Produktbewertungen und Kommentare in Ihren Shop. Dadurch können sich Kunden umfassend informieren, über bloße Produktdaten hinaus.
  • Detaillierte Produktbilder mit Dreh- und Zoomfunktion empfinden das Einkaufserlebnis so gut wie möglich nach und senken die Retourenquote.

Nur drei Vorschläge aus einer Vielzahl an Möglichkeiten. Eine weitere nenne ich Ihnen anhand eines heute erlebten Praxisbeispieles: Mein Kühlschrank ist kaputt. Dank rudimentärer elektrischer Bastelkünste habe ich herausgefunden, dass der Thermostat kaputt ist. Gut, den kann ich selber wechseln. Allerdings muss ich das passende Ersatzteil im Internet finden und bestellen. Gar nicht so einfach, bei tausenden Teilen mit kryptischen Bezeichnungen. Doch es kam anders: Ich musste gar nicht suchen. Der Shop, den ich durch Klick auf eine Adwords-Anzeige betrat, bot mir gleich auf der Startseite eine Ersatzteilsuche an. Ich musste nur den Gerätetyp und das gesuchte Ersatzteil eingeben. Eine Stunde später hatte ich eine Mail mit dem Link auf das passende Produkt in meinem Postfach. Tja, und wo habe ich wohl gekauft? …Sie sagen es.

Übrigens, ein weiteres Detail aus der erwähnten Studie “Shooping around Europe” möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Deutsche Kunden, die ihre Geschenke im Internet bestellen, gehören zu den zufriedensten Konsumenten in Europa. Ob das nun am tollen Service der Online-Shops liegt oder ob wir Deutsche schon glücklich sind, überhaupt mal ein bisschen Kundenservice zu erleben, das dürfen Sie selbst entscheiden.

Neues Buch erschienen: “Leitfaden Word-of-mouth-Marketing”

Das neue Buch “Leitfaden WOM Marketing – Die neue Empfehlungsgesellschaft” ist endlich da! Darin beschreiben 45 Autoren das ganze Spektrum des Word-of-mouth (WOM), der Mundpropaganda. Von Grundlagen bis praktischen Anleitungen, von Offline bis Online. Warum ich mich besonders über das Buch freue: Auch ich habe ein Kapitel zum Thema “Bewertungsportale für die Kundengewinnung nutzen” beigesteuert.

Darin erkläre ich, welche Vorteile Bewertungsportale im Internet haben und warum Unternehmen sich damit beschäftigen sollen. Am Beispiel des Branchenführers qype beschreibe ich, wie man sein Weiterempfehlungsgeschäft systematisch aufbauen kann. Und weil viele auch Angst vor Kritik und Rufschädigung auf solchen Portalen haben, zeige ich Wege auf, wie man damit umgehen kann.

Mehr erzähle ich nicht… schließlich sollen Sie das Buch ja lesen! ;) Es lohnt sich wirklich. Als Appetitanreger schenke ich Ihnen mein Kapitel als Download. Das Buch können Sie bei Amazon bestellen oder auch direkt bei mir, auf Wunsch mit persönlicher Widmung.

Auf dem Deutschen Versandhandelskongress bzw. der MailOrder World in Wiesbaden wurde heute das Buch erstmals vorgestellt; ich habe den Stand besucht und ein paar Bücher signiert.

Anne M. Schüller und Torsten Schwarz (Hrsg.): Leitfaden WOM Marketing, 448 S., 39,90 €, marketing-BÖRSE, 2010, http://www.marketing-boerse.de/Redir/WOM

Buchkapitel: „Bewertungsportale zur Kundengewinnung nutzen.”

Auf 15 Buchseiten beschreibe ich, wie Sie mit Bewertungsportalen im Internet systematisch Ihr Empfehlungsgeschäft aufbauen können. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Portale qype und KennstDuEinen? können Sie auch ohne große Vorkenntnisse anwenden. Außerdem gebe ich praktische Hinweise, was Sie gegen absichtliche Rufschädigung unternehmen können.

Erschienen im Rahmen des Buches Leitfaden WOM Marketing: Die neue Empfehlungsgesellschaft. 09/10

Kaufen dei Amazon
Gratiskapitel lesen (PDF)

Anne M. Schüller und Torsten Schwarz (Hrsg.): Leitfaden WOM Marketing, 448 S., 39,90 €, marketing-BÖRSE, 2010, http://www.marketing-boerse.de/Redir/WOM

7 von 10 Menschen vertrauen auf Online-Bewertungen

Von wegen Online-Bewertungen sind anonym und daher unglaubwürdig. 70% aller 25.000 Befragten einer Nielsen-Studie vertrauen auf Bewertungen, die im Internet veröffentlicht wurden. Nur noch Empfehlungen von Freunden oder Bekannten (90%) werden als noch vertrauenswürdiger eingestuft.

via

Urlauber vertrauen klassischen Medien nicht

Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat das Urlaubsverhalten von 27.000 EU-Bürgern untersucht. Unter anderem wurden die Menschen gefragt, wie sie sich über Urlaubsziele informieren und was ihrer Meinung nach den größten Einfluss auf ihre Entscheidung hatten. Das Ergebnis ist eindeutig wie die folgende Grafik zeigt:

Empfehlungen von Freunden und Kollegen, Infos aus dem Internet sowie persönliche Erlebnisse werden am häufigsten zur Entscheidung über das Urlaubsziel herangezogen und als am wichtigsten angesehen. Dabei muss man bedenken, dass auch im Internet die meisten Infos und Empfehlungen von anderen Urlaubern stammen, z.B. auf den Meinungsportalen wie holidaycheck.

Klassische Medien hingegen sind für Urlauber wenig vertrauenswürdig. Lediglich etwa jeder zehnte zieht TV, Radio und Zeitschriften für seine Urlaubsplanung zurate.

Ok, wirklich überrascht hat uns dieses Ergebnis ja nicht. Die Anbieter wissen um die Bedeutung von Mundpropaganda, persönlich und im Internet. Jedoch ist die Studie mal wieder eine passende Gelegenheit um die unangenehme Frage zu stellen: Warum investieren die Anbieter weiterhin den Löwenanteil des Marketingbudgets in Hochglanzprospekte, TV-Spots und Plakate? Warum entwickeln Sie keine Konzepte, ihre Gäste rundweg zu begeistern, so dass diese gar nicht anders können als es in alle Welt hinauszuposaunen? Warum haben so wenige Hotels oder Reiseveranstalter eigene Internetangebote, auf denen sich Urlauber und Urlaubsreife austauschen können?

Fragen über Fragen. Weiß jemand eine Antwort?

Pure Tea macht Kunden zu Produkttestern

Beim Online-Shop für Biotee “Pure Tea” können Kunden neuerdings offizielle Produkttester werden, so genannte “Pure Tea Taster”. Nach Anmeldung und Zahlung einer Jahresgebühr von 10 Euro erhalten die Tester vierteljährlich vier Proben neuer Teesorten und eine Zubereitungsanleitung. Die Tester müssen den Geschmack der Tee per Fragebogen beurteilen. Wenn alle 16 Fragebogen zurückgeschickt wurden, erstattet Pure Tea die gesamte Gebühr mit einem Einkaufsgutschein über 10 Euro.

Die Urteile der “Pure Tea Taster” entscheiden mit darüber, welche neuen Tees ins Sortiment aufgenommen werden. Viel wichtiger ist aber der Effekt, dass sich die Tester stärker mit Pure Tea identifizieren, mehr Tee kaufen und die getesteten Teesorten sehr aktiv weiterempfehlen werden. Bio-Begeisterte untereinander kennen sich und so wird Pure Tea für einiges an Gesprächsstoff sorgen. Wer weiß, vielleicht steigen bald die ersten organisierten Teeproben?! (Foto: puretea.de)

via

Bäckerei 2.0 oder warum kleine Dienstleister jetzt online gehen sollten

Nach der Studie Lokale Suchwortanalyse 2007 des Portals meinestadt.de dreht sich bei den Deutschen fast alles um Essen, Wohnen und Haare schneiden. Unter den häufigsten Begriffen, die bei der Suche nach lokalen Informationen in Internetsuchmaschinen eingegeben werden, sind Restaurant, Friseur und Immobilen(makler). Auch Optiker, Gastronomie und Bäcker sind unter den Top10-Begriffen.

Diese Branchen sind eigentlich nicht für ihre digitale Vorreiterrolle bekannt. Nach diesen Ergebnissen wird es nun schleunigst Zeit, dass auch kleine Dienstleister wie Gastwirte, Friseure und Bäcker beim Thema Internet umdenken. Das Web wird als Kanal zur Kundengewinnung immer wichtiger, denn viele Menschen fällen Kaufentscheidungen allein aufgrund der Informationen, die sie dort finden. Eine nicht vorhandene oder nicht auffindbare Webseite kann schnell echte Kunden kosten.

Diesen Gedanken weiterverfolgt, kommt man automatisch auf Portale, auf denen man Unternehmen bewerten und kommentieren kann. Gerade im Bereich Gastronomie sind solche Portale mittlerweile verbreitet und werden in Suchmaschinen sehr gut gefunden. Beispiele sind qype oder Dialo. Würden Sie in einem Restaurant essen, wenn Sie online mehrere negative Kommentare zur Qualität der Speisen und zum Service gelesen hätten?

Ich persönlich rate Ihnen ernsthaft, diese Entwicklungen nicht als vorübergehenden Trend abzutun oder zu meinen, dass Ihre Kundschaft ganz anders ist. Die Einkaufsgewohnheiten der Menschen haben sich stark verändert und es bleibt den Unternehmen (leider?) keine Wahl, sich anzupassen. Eine eigene Webseite ist da nur der erste Schritt. Sicherlich ist das nicht leicht für jemanden, der bisher nichts mit der digitalen Welt am Hut hatte. Aber wenn die irgendwann Kunden wegbleiben macht das die Sache auch nicht gerade leichter, oder?!