Individualität ist in und für viele Menschen ein wichtiges Auswahlkriterium beim Einkauf! Mass Customization heißt ein Trend, welcher gezielt die Individualisten unter uns bedienen soll. Der englische Begriff bezeichnet die Möglichkeit für Kunden, selbst Produkt-Designer zu werden und Massenprodukte nach eigenem Geschmack verändern zu können. Wie sieht Mass Customization in der Praxis aus und was bringt es?

Seit kurzem bietet z.B. die Deutsche Post den Plusbrief Individuell an, bei dem das Briefmarkenmotiv sowie ein Teil des Kuverts frei gestaltbar sind. Mit solchen Angeboten heben Sie sich nicht nur von Standardprodukten der Wettbewerber ab. Kunden sind bemerkenswerterweise bereit, für die Einzelstücke deutliche Preisaufschläge zu zahlen. So lassen sich Brieffreunde die individuellen Plusbriefe über 1,50 EURO kosten, für einen Standardbrief plus Porto wären nur etwa 0,70 EURO fällig. Nicht schlecht, oder?! Außerdem werden selbst gestaltete Produkte stolz im Freundeskreis herumgezeigt oder als ganz persönliches Geschenk weitergegeben. Das ist nichts anderes als kostenlose Werbung.

Rund um den Globus gibt es bereits zahlreiche Unternehmen, die mit Mass Customization gute Geschäfte machen. So können in den USA eigene Teddybären zusammengestellt werden, in Deutschland sind gerade individuelle Müsli-, Tee- und Schokokreationen in aller Munde. Doch auch ohne bahnbrechendes Konzept und als kleines Unternehmen können Sie an diesem Trend teilhaben.

Eine Weinhandlung könnte Ihre Kunden selbstklebende Flaschenetiketten gestalten und ausdrucken lassen. Im Modegeschäft wären sicher zahlreiche Kundinnen zu begeistern, wenn Sie aus Massenware persönliche Outfits kreieren könnten — die Accessoires dazu gibt es natürlich gleich im Laden. Selbst für so trockene Themen wie Software ließe sich eine passende Idee finden: Mit verschiedenen Templates, Grafik- und Multimediaelementen könnte jeder Nutzer die Software an seinen Geschmack oder Desktop anpassen. Als Steigerung könnten Sie sogar Wettbewerbe veranstalten, bei denen die besten Kundenkreationen gegeneinander antreten…

Als ob höhere Preise, Mundpropaganda und Wettbewerbsvorteile noch nicht genug wären, hat Mass Customization noch einen weiteren positiven Effekt: Die Kunden verraten Ihnen bei der Produktgestaltung etwas über Ihren eigenen Geschmack. Wenn Sie Ihre Kunden über längere Zeit „beobachten”, können Sie daraus wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung und Gestaltung Ihres Standardsortiments ziehen.

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3 Responses to Mass Customization: Der Kunde als Produkt-Designer

  1. Maike sagt:

    Das mit dem Daumenkinos finde ich echt gut… Interessant, wenn man sich sowas selbst erstellen kann. Da werde auch alte Erinnerungen wieder wach :-).

  2. Womi sagt:

    Auch kann man seinen eigenen Kaffee mischen und sogar nach Wunsch aromatisieren auf http://www.mein-eigener-kaffee.de

    Gruß

    Womi

  3. Rene sagt:

    Hallo Marcel,

    ein weiteres interessantes Beispiel habe ich noch gefunden: bei http://www.animaxx.de kann man persönliche Daumenkinos gestalten und drucken lassen.

    Viele Grüße,
    Rene

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